Liebe Gemeinde,

die Kirchenvorstände aus Güttersbach und Mossau haben einstimmig entschieden an Weihnachten keine Präsenzgottesdienste zu feiern. Wir bedauern das sehr, halten diese Entscheidung aber für dringend erforderlich.

Die Johanniterkirche in Ober-Mossau erlaubt uns, unter Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsbestimmungen, nach wie vor nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern. Die Personenobergrenze liegt bei maximal 25 Personen.

Die hier bisher geltende 3G-Regel war bei Gottesdiensten mit „normalem“ Besuch gut umzusetzen. An Weihnachten müssten wir auf die 2G-Regel umstellen.

Die Quellkirche in Güttersbach ist, wegen der Sanierungsmaßnahme, immer noch geschlossen und nicht zu nutzen.

In die Mossautalhalle, in die wir deshalb zeitweise ausgewichen waren, dürfen wir, unter Berücksichtigung der kirchlichen Hygiene- und Abstandsbestimmungen, nur maximal 60 Personen einladen. Auch hier gilt, wie in allen kommunalen Gebäuden, die 2G-Regel. Zusätzlich müssten sich alle anmelden, keiner könnte spontan einen Gottesdienst besuchen. Personal- und Impfausweise, Atteste und Tests müssten kontrolliert und FFP-2 Masken getragen werden.

Niemand kann zum jetzigen Zeitpunkt sagen, ob sich die Corona-Verordnungen des Landes Hessen bis Weihnachten noch verschärfen und die Halle nicht doch noch geschlossen werden muss.

Planungen für Gottesdienste im Freien kamen für uns, nicht nur wegen der Unbeständigkeit des Wetters, nicht in Frage. Wir sind zu wenige Mitarbeiter, um alle Auflagen für einen Gottesdienst im Freien umzusetzen. Ein Gelände müsste mit einem Zaun abgesperrt, der Eintritt streng geregelt und alles kontrolliert werden. Eine Personenobergrenze, die nicht überschritten werden darf, gibt es auch im Freien.

Bei der neuen Virusvariante Omikron spielt es letztlich auch keine Rolle, ob man in einem Gottesdienst die 2G- oder 3G-Regel anwendet. Beides schützt uns nicht wirklich, da müsste schon jeder vorher einen aktuellen PCR-Test machen. Faktisch lädt man damit immer Menschen aus und eine Sicherheit gibt es für niemanden.

Bei der derzeitigen Infektionslage und der Ungewissheit, die die neue Virusvariante mit sich bringt, halten wir es nicht für sinnvoll, Menschen zu einer größeren Veranstaltung, in einen geschlossenen Raum, einzuladen. Das können wir nicht guten Gewissens tun, das kann und möchte von den Kirchenvorständen auch niemand verantworten.

Bei einem Gottesdienst sollte es nicht so sein, nicht alle einladen zu können, aber das können wir nicht. Daher halten wir es für sinnvoll, das Modell von letztem Jahr aufzugreifen und wieder gesprochene Andachten per WhatsApp zu versenden. Damit wurden ca. 400 Menschen erreicht, wovon man bei einem Gottesdienst nur träumen kann.

Momentan sinken die Infektionszahlen zwar, gleichzeitig sterben aber viele Menschen und die Variante Omikron ist längst bei uns angekommen. Die Datenlage ist nicht stabil, da sich die Krankenhäuser primär um ihre Patienten kümmern, und Infektionen nur sehr verzögert an die Gesundheitsämter melden. Die wiederum kommen mit ihrer Weitermeldung einfach nicht mehr hinterher.

In Hessen sind nur noch wenige Intensivbetten frei, es darf also niemand einen Unfall haben oder einen Herzinfarkt bekommen. Das medizinische Personal leidet sehr darunter, die gewohnt hohe Qualität einer medizinischen Versorgung nicht mehr in gleichem Maße für alle Menschen gewährleisten zu können.

Was tun wir diesen Menschen schon viel zu lange an?

Seit Beginn der Corona-Pandemie standen beide Kirchenvorstände auf der Seite der Vernunft, so schmerzhaft dies auch für unser Gemeindeleben war und ist.  

Wir werden jetzt nicht von diesem Weg abweichen, auch wenn viele andere Wege gehen. Wir betrachten es als unsere christliche Pflicht, vorsichtig zu sein und zu bleiben, sowie für uns selbst und unsere Nächsten Verantwortung zu übernehmen. Wir wollen uns und andere nicht durch Leichtsinnigkeit der Gefahr einer Covid-19 Übertragung aussetzen und damit die weitere Ausbreitung des Virus fördern. Das kann nicht unser christlicher Auftrag in dieser Welt sein und hat mit dem „Fest der Liebe“ und dem „Geist der Weihnacht“ absolut nichts zu tun. Natürlich möchten wir alle gerne unser „normales“ Leben wiederhaben, dann sind wir aber auch alle aufgefordert etwas dafür zu tun. In der derzeitigen Situation bedeutet das, sich impfen zu lassen und Kontakte möglichst zu vermeiden.

Als Pfarrerin unserer beiden Gemeinden habe ich entschieden, mich nicht dem äußeren Druck zu beugen und gegen meine Überzeugung Präsenzgottesdienste an Weihnachten zu feiern. Ich bin sehr froh und dankbar, dass das unsere beiden Kirchenvorstände genauso sehen. Selbstverständlich stehe ich, wie bisher, meinen Gemeindegliedern als Seelsorgerin zur Verfügung. Sie erreichen mich unter der Telefonnummer 06062/8096273.

Das Pfarrbüro läuft im Corona-Notbetrieb, doch telefonisch (06061/3994 und 06062/8099633) sind wir weiterhin für Sie erreichbar. Der Anrufbeantworter läuft und wird regelmäßig abgehört, auch wenn niemand im Pfarrbüro ist. Unter diesen beiden Telefonnummern können Sie sich auch als Abonnent der gesprochenen Andachten anmelden. Wenn Sie uns Ihre Handynummer nennen, bekommen Sie sie per WhatsApp geschickt.

Die Johanniterkirche in Ober-Mossau ist übrigens täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr für Sie zum stillen Gebet geöffnet. Dort liegen Texte zum Mitnehmen aus und auch die gesprochenen Andachten werden mit zeitlicher Verzögerung ausgelegt.

Gemeinsam haben wir in dieser Pandemie schon so viel erreicht, lassen Sie uns daher weiter zusammenhalten und die Hoffnung bewahren. An Weihnachten erwarten wir das Kommen unseres Gottes in diese Welt. Vertrauen wir darauf, dass mit ihm unser Heiland und Retter naht.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Geduld in dieser schwierigen Zeit – halten Sie durch und bleiben oder werden Sie gesund!

Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.(2. Tim 1,7)

Ihre Pfarrerin Xenia Mai